Das Wort des Lebens
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Der Name Jehovas und Sein Bund

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Moses kam niedergeschlagen aus seinem ersten Gespräch mit Pharao; Gott aber begegnete ihm nicht mit neuen Versprechungen, sondern mit seiner Identität und seinem rechtsverbindlichen Bund. Das Buch 2. Mose führt uns von der bloßen Kenntnis eines Gottesnamen zur Erfahrung des lebendigen Jehovas und erklärt, warum Gottes erhobene Person den Bund unwiderruflich macht — eine Perspektive, die Mut und Ausdauer im Kampf für die Wiederherstellung des Gemeindelebens schenkt.

Jehova: der existierende und erfüllende Gott

Namen in der Heiligen Schrift sind mehr als Etiketten; sie offenbaren Charakter und Handeln Gottes. Während El Shaddai die überwältigende Fülle von Versorgung und Macht ins Licht rückt, tritt Jehovah als die Wirklichkeit seines Seins und seiner Treue hervor. So heißt es von Abram: “Da zog Abram aus, wie Jehovah zu ihm gesprochen hatte, und Lot zog mit ihm.” (1. Mose 12:4). Die nüchterne Beobachtung zeigt: das Wissen um Gottes Fürsorge genügt nicht automatisch — erst die Begegnung mit dem Gott, der spricht »Ich bin«, formt Glauben zu erlebter Gewissheit.

Wie El Shaddai Gottes Name für Versorgung und Verheißung ist, so bezeichnet Jehovah Sein Dasein und seine Erfüllung. Als Jehovah ist Gott der Gott des Seins (2.Mose 3:14; Joh. 8:24.28.58) und der erfüllende Gott (2.Mose 6:6–8). (Witness Lee, Life-Study of Exodus, Botschaft vierzehn, S. 162)

Das ‚Ich bin‘ ist kein metaphysisches Rätsel, sondern die Grundfestigkeit, auf der Verheißungen ruhen. Als Gott zu Mose sprach, heißt es: “Ich bin, der ich bin- . Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: (Der) «Ich bin-»* hat mich zu euch gesandt.” (2. Mose 3:14). Daraus folgt, dass Verzögerung oder Widerstand das Wesen Jehovas nicht schwächen; vielmehr wird Gottes Sein zur Garantie, dass seine Zusagen Wirklichkeit werden. Theoretisches Vertrauen verwandelt sich so in eine innere Erfahrung: Jehova vollendet, was er zugesagt hat, und macht Gottes Treue auch in uns wirksam.

Da zog Abram aus, wie Jehovah zu ihm gesprochen hatte, und Lot zog mit ihm. Abram nun war 75 Jahre alt, als er Haran verließ. (1. Mose 12:4)

Da sprach Gott zu Mose: Ich bin, der ich bin- . Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: (Der) «Ich bin-»* hat mich zu euch gesandt. (2. Mose 3:14)

Wer den Namen Jehova vor Augen hat, sieht nicht nur Gottes Macht, sondern seine bleibende Gegenwart und seine verlässliche Treue. Das schafft Raum für Hoffnung in Zeiten des Wartens und lässt das Herz in der Gewissheit ruhen, dass Gottes Wort Gestalt annimmt – nicht weil Menschen es erzwingen, sondern weil der Ewige sein Sein in die Welt bringt.

Der Bund Jehovas: Verheißen, geschworen, vollstreckt

Ein Bund ist mehr als ein Versprechen; er ist eine geschworene Tatsache, die in der Heilsgeschichte durch feierliche Handlungen bestätigt wurde. Die Schrift berichtet vom Bund, der durch das Erheben der Hand besiegelt wurde, und die Verheißung an die Patriarchen blieb insofern verbindlich. So heißt es: “Dann werde ich euch in das Land bringen, um dessentwillen ich meine Hand (zum Schwur) erhoben habe, daß ich es Abraham, Isaak und Jakob geben will, und ich werde es euch zum Besitz geben, ich, der HERR.” (2. Mose 6:8). Die Beobachtung zeigt, dass Gottes Zusagen in einem rechtlichen und relationalen Rahmen stehen – sie sind ausgesprochen, besiegelt und darum nicht bloß hypothetisch.

In 2. Mose 6:8 sagte der Herr zu Mose: “Dann werde ich euch in das Land bringen, um dessentwillen ich meine Hand (zum Schwur) erhoben habe, daß ich es Abraham, Isaak und Jakob geben will, und ich werde es euch zum Besitz geben, ich, der HERR.” Das dem Abraham, Isaak und Jakob gegebene Versprechen war ein durch das Erheben Seiner Hand besiegelter Bund. (Witness Lee, Life-Study of Exodus, Botschaft vierzehn, S. 168)

Die Vollstreckung dieses Bundes ist in der Erhöhung Christi sichtbar geworden; der Bund nimmt Gestalt an in der erhöhten Person, die nicht nur verspricht, sondern durch ihr Werk und ihre Herrschaft erfüllt. Jesus selbst spricht von der bleibenden Tragfähigkeit seines Bauwerks: “Und Ich sage dir auch, dass du Petrus bist, und auf diesen Felsen werde Ich Meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Hades werden nicht den Sieg über sie gewinnen.” (Matthäus 16:18). Daraus folgt für das Gemeindeleben, dass Wiederherstellung und Aufbau nicht bloße Idealziele bleiben, sondern dem Handelnden im Himmel unterstellt sind – ein Bund, der über menschliche Schwäche hinaus Bestand hat.

Dann werde ich euch in das Land bringen, um dessentwillen ich meine Hand (zum Schwur) erhoben habe, daß ich es Abraham, Isaak und Jakob geben will, und ich werde es euch zum Besitz geben, ich, der HERR. (2. Mose 6:8)

Und Ich sage dir auch, dass du Petrus bist, und auf diesen Felsen werde Ich Meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Hades werden nicht den Sieg über sie gewinnen. (Matthäus 16:18)

Der Bund Jehovas schafft einen Raum, in dem Hoffnung nicht vage, sondern begründet ist. Wenn Gottes Wort durch Eid bestätigt und in Christus erhöht ist, darf das Herz still werden vor der Größe seiner Zusage: Gottes Vorhaben für sein Haus wird verwirklicht, nicht allein durch uns, sondern durch den, der den Bund hält und erfüllt.


Herr Jehova, offenbare uns mehr vom Sein deiner Person und erwecke unser Vertrauen in die Wahrheit deines Bundes; lass uns in schwierigen Zeiten deine Gegenwart erleben und auf deine Erfüllung hoffen. Amen.

Englische Quelle: Life-Study of Exodus, Chapter 14